Dienstag, Dezember 5 2017

Was ich sonst noch alles erlebt habe

  • Festivals in Akropong, Koforidua und Somanya - Grundsätzlich immer wieder eine schöne Sache, da man dort tagsüber viel Kulturelles sehen kann und abends/nachts ordentlich gefeiert wird. Leider wurde mir aber bei Ersterem nachts im Gedränge mein Handy aus meinem Beutel geklaut.
  • Twi-Unterricht - Twi ist die lokale Sprache der Ghanaer meiner Region, die im Alltag recht viel benutzt wird.
  • Boti Falls - Mit den Wasserfällen , dem sogenannten "Regenschirm-Stein" und kulturellen Stätten wie z.B. der dreiköpfigen Palme
  • Interview bei Kingdom FM - Da wurde ich von meinem Kumpel Abanga mitgenommen.
  • Club - Das war einer meiner Versuche, Feiern zu gehen. Da die Tanzfläche allerdings zu leer war und ich mich als einzige Weiße recht beobachtet gefühlt habe, habe ich das mit dem Tanzen lieber erstmal gelassen.
  • Fußball - Eines der Leidenschaften vieler männlicher Ghanaer. Das Spiel war meiner Meinung nach auch sehr sehenswert. Ich habe einige schöne Pässe und Tricks gesehen. Leider musste aufgrund strömenden Regens in der zweiten Halbzeit zum Elfmeterschießen vorgespult werden. Trotzdem sind noch eine Menge Fans geblieben, um das Finale anzuschauen.
  • Beads-Market - Dort findet man richtig schöne Armbänder, Ketten, Ohrringe, Schlüsselanhänger, Körbe, Taschen und vieles mehr
  • Kleid - Das erste Kleid, das ich mir hier habe schneidern lassen.

Beerdigung mit Trommlern - Es ist hier nicht unüblich, dass Beerdigungen für eine Woche celebriert werden. Beerdigungen und Hochzeiten sind allgemein die Veranstaltungen, wo die ganze Familie (auch teilweise aus Nigeria angereist) zusammenkommt um zu feiern. Selbstverständlich trauern die Menschen auch, einen geliebten Menschen verloren zu haben. Aber das steht eher im Hintergrund, da dieser geliebte Mensch nach dem christlichen Glauben ja durch Gott ins Paradies gerufen wurde.

  • Cape Cost - Da hat das mit dem Feiern auch endlich geklappt, da wir in einer Unterkunft mit Menschen aus aller Welt waren. Bei der Stadt ist es für mich kein Wunder, dass sie ein beliebtes Urlaubsziel ist, da sie wunderschön am Meer gelegen ist und auch historisch und kulturell mit dem Castle (Kolonialzeit) einiges zu bieten hat. Allerdings habe ich dort im Verhältnis zu anderen Städten gesehen, schon recht viel Geld gelassen.

Meine Arbeit im Eastern Regional Hospital - Labor

In den ersten 8 Wochen habe ich es vorgezogen, in dem Bereich zu arbeiten, den ich kenne, nämlich dem Labor. Dort habe ich die verschiedenen Abteilungen meist für eine Woche kennenlernen können: Mikrobiologie, Blutbank, Hämatologie, Parasitologie, Klinische Chemie, Probenannahme, Blutabnahme und Serologie. Außerdem habe ich noch die Labore für die Pränatale Diagnostik und die Geburtsstation besucht.

Insgesamt hat mir die Zeit dort richtig gut gefallen. Dadurch dass ich die Arbeitsabläufe auch einigermaßen durch mein Studium kannte, fiel es mir nicht schwer, mich einzugliedern. Besonders schön fand ich es auch, mit meinen Kollegen über all ihre unterschiedlichen Arbeitsbereiche sprechen zu können, da wir ja alle eine recht ähnliche Ausbildung hatten. So habe ich mich zum Beispiel mit Mikrobiologen über Antibiotikaresistenzen unterhalten, da das hier ein großes Problem ist. Letzte Woche war ich sogar auf einem Seminar, auf dem besprochen wurde, wie man dem, zumindest intern im Krankenhaus, entgegenwirken kann.

Auch jetzt noch, wo ich die Abteilung gewechselt habe, komme ich meine alten Arbeitskollegen noch gerne besuchen und ich denke, dass sich das auch die nächsten Monate nicht ändern wird.

Seit etwa zwei Wochen arbeite ich in der chirurgischen Abteilung, die einmal aus dem OP mit Intensiv- und Aufwachstation und der Station für die Patienten zur Vor- und Nachbehandlung besteht. Aber mehr möchte ich lieber erst beim nächsten Mal berichten...

Vorurteile mal anders

Bei unserem Vorbereitungsseminar in Ghana haben wir einige gängige Vorurteile gelistet, die ihr auf dem Foto mal durchlesen könnt.

Ich dagegen möchte in diesem Eintrag über eines der Vorurteile berichten, das Ghanaer von uns Deutschen haben. Besonders beliebt ist das Vorurteil, dass alle Deutschen Bier wie Wasser trinken. Für jemanden hier ist das völlig unvorstellbar, da es schlicht und einfach nicht üblich ist, Alkohol (insbesondere im Übermaß) zu konsumieren. Deshalb versucht man sich, das mit den Deutschen ganz logisch zu erklären: Während des 2. oder 3. Weltkrieges, jedenfalls dem mit Hitler, sei das Wasser von den Aliierten verschmutzt worden, sodass den Deutschen nichts anderes übrig blieb, als auf Bier zurückzugreifen. Ja und seitdem trinkt man da halt Bier wie Wasser.

Mich persönlich bringt diese Story immer wieder zum Grinsen, da sie mir in meinen 3 Monaten hier schon recht häufig, natürlich mit diversen Variationen, erzählt wurde.

Montag, September 25 2017

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus

Den richtigen Flieger habe ich zum Glück gefunden und auch so habe ich mir den Flug wesentlich aufregender vorgestellt, als er am Ende war. Und nun bin ich hier in Ghana... Bevor ihr meinen eigentlichen Bericht lest, würde ich euch allerdings darum bitten, einmal in 2 sehr sehenswerte Videos hereinzuschauen, nämlich den Radi-Aid-Song und Let's save Africa.

Ich habe versucht, möglichst ohne Vorurteile hierherzufahren und erst einmal alles so zu nehmen, wie es ist - denn anders muss nicht unbedingt schlechter sein. Einen Reiseführer habe ich bis jetzt auch noch nicht gelesen, sodass ich leider nicht mit schlauen Fakten über Ghana punkten kann, sondern nur mit Dingen, die ich bisher erlebt habe. Und ich kann nur sagen, dass ich hier fast jeden Tag auf's neue Staune...

  • Sei es nun zum ersten Mal am Markt eine Kokosnuss zu verzehren,



  • oder der Verkehr, der mit viel Hupen und ohne wirkliches System und zum Teil mit Millimeterabständen zwischen den Autos einwandfrei funktioniert,




  • der riesige Markt, wo mein Orientierungssinn ordentlich auf Probe gestellt wurde und man alles, wirklich alles kaufen kann,



  • oder in eineinhalb Stunden auf einen Berg gewandert zu sein und eine atemberaubende Sicht über ganz Koforidua zu haben.




Aber zunächst zurück zum Anfang... Am 06.09. bin ich mit einer Stunde Verspätung gegen 20:00 Uhr in Accra gelandet. Von dort wurde ich zusammen mit den anderen 16 Freiwilligen in ein Hotel direkt am Meer gebracht. Der Transport war ziemlich abenteuerlich, da das gesamte Gepäck auf dem Dach von 2 großen Transportern festgeschnallt wurde, sodass wir alle noch zusätzlich in den Wagen Platz hatten. Im Hotel fand dann für 5 Tage ein spezielles Seminar statt, dass uns speziell auf das Leben und Ghana und unsere Projekte vorbereitet hat.


Für mich haben sich diese ersten Tage vor allem unglaublich warm und hell von der Sonne, klebrig von der Sonnencreme oder Mückenspray und etwas ausgelaugt angefühlt, da wir Mädels in unserem Zimmer kaum Platz hatten. Daher war es eine willkommene Abwechslung, sich jederzeit im Meer erfrischen zu können und auch das Essen war sehr lecker.

Am Sonntag, dem 10. September wurden wir dann alle in unsere Gastfamilien gebracht. Meine Familie ist vergleichsweise klein, da Pat und Ben nur einen Sohn, Peter, haben. Neben diesen Dreien leben allerdings noch Comfort (Pat's Mutter) und meine Gastcousine Emilia (Pat's Nichte) im Haus. Obwohl ich anfangs etwas überfordert war, was hauptsächlich daran lag, dass ich gleich Montag morgen eigenständig mit dem Taxi an irgendeinen Ort der Stadt gefahren bin, wo ich noch nie zuvor war, habe ich mich mittlerweile sehr gut eingelebt und in den Alltag der Familie integriert. Das einzige, was ich im Haus unglaublich störend finde, ist das Radio. Da Comfort nicht so gut hört, läuft das nämlich von 5:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends in so einer Lautstärke, dass Oropax kaum einen Unterschied schaffen. Wie die anderen sich verständigen können, ist mir auch immer noch ein Rätsel, da ich kaum höre, wenn jemand mit mir spricht, geschweige denn was.


Alles in allem habe ich mich gut hier eingelebt und auch den größten Teil meiner Gastfamilie schon sehr lieb gewonnen. Besonders schön sind auch die Abende, die ich zusammen mit den anderen Freiwilligen zum Beispiel beim Pizza essen oder in einer Bar verbringe.

Beim nächsten Mal kann ich auch hoffentlich etwas über mein Projekt, das Eastern Regional Hospital, erzählen. Da habe ich nämlich morgen meinen ersten richtigen Arbeitstag, da es ein paar verwaltungstechnische Probleme gab. Um dort ein Jahr Vollzeit als Freiwillige arbeiten zu können, wurde von dem Krankenhaus eine "Spende" von 600 Cedi (entspricht 120 €) verlangt. Mir persönlich ist das alles etwas spanisch vorgekommen, vor allem weil es letztes Jahr noch wesentlich weniger war und auch so niemand in der Verwaltung wirklich darüber Bescheid wusste. Besonders interessant fand ich auch die Tatsache, dass nur eine Geld-Spende und keine Sach-Spende vom gleichen Betrag möglich war. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es wird, dort zu arbeiten...

Montag, September 4 2017

Morgen geht es also los...

...ein komisches Gefühl irgendwie. Was heißt komisch - eigentlich sind es eher ganz viele verschiedene Gefühle auf einmal. Auf der einen Seite bin ich sehr aufgeregt und neugierig, dann gibt es allerdings auch Momente in denen ich mich frage: "Was mache ich hier eigentlich?" Aber ich schätze, das ist ganz normal für jemanden in meiner Situation. Die meiste Zeit versuche ich, nicht allzu sehr zu grübeln, was auch ziemlich gut geklappt hat, da ich unglaublich viel organisieren musste, wie:

  • Vorbereitungsseminar besuchen
  • Visum beantragen
  • Arzttermine vereinbaren
  • Impfen lassen
  • Kostenerstattungen beantragen
  • wichtige Dokumente zusammensuchen, kopieren und sichern
  • Spenden sammeln
  • Interview geben
  • Packen und fehlende Dinge besorgen
  • Gastgeschenke überlegen
  • ...

Dass ich nebenbei noch Klausuren/meine Bachelorarbeit geschrieben und als Tutor gearbeitet habe und vor eineinhalb Wochen erst umgezogen bin, hätte ich ohne die Unterstützung meiner Familie, Freunde und Kollegen niemals alleine geschafft. Deshalb möchte ich ihnen an dieser Stelle ein großes Dankeschön entgegenbringen.

Was die nahe Zukunft allerdings bringt, weiß ich noch nicht und ob ich es überhaupt schaffe, im richtigen Flieger zu sitzen, bleibt auf jeden Fall spannend. Aber ich hoffe sehr, euch in einem Monat berichten zu können, dass alles geklappt hat und ich gut angekommen bin.

Dienstag, Juli 25 2017

Über das Projekt

Anfang September werde ich meinen einjährigen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Eastern Regional Hospital in Koforidua beginnen. Dazu werde ich zum ersten Mal in meinem Leben fliegen, wovor ich, ehrlich gesagt, immer noch ziemlich großen Respekt habe.

Auf dieses Projekt gekommen bin ich durch meine ehemalige Mitbewohnerin und sehr gute Freundin Jule, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, vor meinem Master ein Jahr Pause zu machen und praktisch zu arbeiten, habe allerdings nichts für mich Geeignetes gefunden. Deshalb freut sich die Humanbiologie-Studentin in mir umso mehr über die Chance, als "Medical Health Assistant" mehrere Stationen im Eastern Regional Hospital kennenzulernen und viel an Erfahrung gewinnen zu dürfen.

Gleichzeitig ist es für mich die bislang größte Herausforderung meines Lebens, da ich noch nie so lange von Zuhause weg war. Es ist auch eine ganz neue Erfahrung für mich, auf mein Englisch angewiesen zu sein, da ich zum ersten Mal alleine in einem anderssprachigen Land bin. Aber ich freue mich auch wahnsinnig darauf, einmal über den Tellerrand hinauszuschauen, in eine andere Kultur einzutauchen und viele inspirierende Menschen kennenzulernen.

Gefunden habe ich das Projekt über das weltwärts-Programm, wo noch viele andere entwicklungspolitische Freiwilligendienste für Jugendliche in unterschiedlichsten Bereichen (Sport, Bildung, Umwelt, Arbeit mit benachteiligten Menschen,...) angeboten werden. Betreut werde ich durch die Organisation ijgd (internationale Jugendgemeinschaftsdienste) und ihre Partnerorganisation ARA (Agricultural Rural Development Association). Es werden nicht nur Flug, Gastfamilie und Arbeitsstelle durch die Organisationen vermittelt, sondern wir Freiwillige werden auch in Form von Seminaren vor, während und nach unseres Dienstes betreut. Das alles ist natürlich mit hohen Kosten verbunden, die zu 75% durch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gedeckt werden. Die restlichen 2700 € muss ich selbst aufbringen.

Ich würde mich erst einmal sehr darüber freuen, wenn ihr mich in diesem Jahr über diese Seite begleitet, auf der ich regelmäßig über meine Erlebnisse berichten möchte. Auch für Rückmeldungen und Diskussionen bin ich offen. Gleichzeitig wäre ich sehr dankbar, wenn ihr mich bei meinem Freiwilligendienst in Form von Spenden unterstützen würdet.

Herzlich Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem Blog! Hier möchte ich euch regelmäßig auf dem Laufenden halten und euch mit schönen Bildern und kreativen Einträgen einen möglichst guten Einblick in mein Auslandsjahr verschaffen.